Felix Burda Award 2026
- Steven Preisner
- vor 35 Minuten
- 2 Min. Lesezeit

Gestern hatte ich die große Ehre, beim Felix Burda Award dabei zu sein – einer Preisverleihung, die sich der Prävention und Bekämpfung von Darmkrebs widmet. Zu den meisten Einladungen überlegt man vielleicht kurz, aber hier musste ich keine Sekunde nachdenken. Ich war sofort Feuer und Flamme. Denn so schön viele Veranstaltungen auch sind – nur wenige haben einen so großen gesellschaftlichen Mehrwert.

Darmkrebs ist in vielen Fällen vermeidbar. Durch Vorsorge. Durch Aufklärung. Durch rechtzeitiges Handeln. Eine Darmspiegelung (kostenfrei ab 50) oder ein Stuhltest können Leben retten. Deshalb ist es so wichtig, immer wieder darüber zu sprechen und das Thema aus der Tabuzone zu holen.
Auch für mich hat das Thema Krebs eine sehr persönliche Bedeutung. Meine Oma war selbst an Krebs erkrankt, und ich habe sie damals gepflegt. Diese Erfahrung hat mich geprägt und mir gezeigt, wie wichtig Prävention, Forschung und vor allem Menschlichkeit im Umgang mit Betroffenen sind. Deshalb freue ich mich immer, wenn ich meinen Teil dazu beitragen und aufklären kann.
Besonders schön war es auch, diesen Abend gemeinsam mit tollen Kolleg*innen wie Tina Ruland, Ruth Moschner, Barbara Wussow und Erol Sander zu erleben. Menschen, die ebenfalls ihre Reichweite nutzen, um wichtige Themen sichtbar zu machen – und mit denen man gerne gemeinsam für eine gute Sache einsteht.

Der Abend war nicht nur bewegend, sondern auch unglaublich lehrreich. Ausgezeichnet wurde in der Kategorie „Medizin & Wissenschaft“ ein Forschungsteam mit dem Projekt „Vom Risiko zur Pflicht: Genetische und tumorbasierte Identifikation als neue Säule der Darmkrebsprävention“. Im Mittelpunkt steht das Lynch-Syndrom, die häufigste erbliche Ursache für Darmkrebs. Rund 300.000 Menschen in Deutschland sind von diesem Gendefekt betroffen – ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie wichtig Forschung und frühzeitige Diagnostik sind.
Besonders berührt hat mich die Verleihung des Ehrenfelix an Ronja Fleckenstein. Mit großer Offenheit sprach sie über ihre eigenen Erfahrungen mit Darmkrebs. Eine echte Kämpfernatur mit Haltung und einer Petition, die ein Thema anspricht, das viel mehr Aufmerksamkeit verdient.
Rund 4,5 Millionen Menschen leben in Deutschland mit oder nach einer Krebserkrankung. Mehr als 60 Prozent gelten als Langzeitüberlebende. Und dennoch erleben viele auch Jahre nach ihrer Heilung weiterhin Benachteiligungen – etwa bei Versicherungen, Krediten, Verbeamtungen, Immobilienfinanzierungen oder Adoptionen. Dabei gleicht das Rückfallrisiko nach fünf Jahren ohne erneute Erkrankung dem der Allgemeinbevölkerung.
Mit einem eindringlichen Appell wandte sich Ronja Fleckenstein an Bundesgesundheitsministerin Nina Warken und forderte ein Ende dieser Diskriminierung. Eine Forderung, die ich aus vollem Herzen unterstütze.
Danke an die Felix Burda Stiftung für einen Abend, der Menschen verbindet, Wissen vermittelt und vor allem eines zeigt: Prävention rettet Leben. Und Aufklärung ist der erste Schritt.


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